Seit Herbst 2020 hat das Gebäude die finale Höhe erreicht. Im Dezember war die Hülle dicht. Derzeit sieht man von aussen nicht mehr viele Arbeiter in Aktion. Dafür läuft im Innern umso mehr.

Im Untergschoss, im Erdgeschoss und auf den Etagen läuft die Installation der Gebäudetechnik in den kommenden Monaten auf Hochtouren. Zwischen 20 und 25 Firmen arbeiten parallel. Aktuell arbeiten Elektriker, Gipser und Schreiner Hand in Hand. Auch die Kälte- und Wärmeversorgung wird fertig gestellt. Die Gebäudetechnik ist sehr komplex – so benötigt ein Spital zum Beispiel spezielle Installationen für die Medizinaltechnik oder Sauerstoff. Der Innenausbau wächst von unten nach oben: Am weitesten sind die Arbeiten derzeit im UG und im Erdgeschoss.

Ende Mai wird sich das Bild auf der Baustelle grundlegend verändern. Denn dann wird das Gerüst demontiert und die neue Fassade wird sichtbar. Und: Bereits in diesem Sommer starten die Arbeiten an der Umgebung. Der Park und die begrünten Dächer werden in fünf Etappen installiert. In der ersten Etappe wird der südwestliche Bereich hin zur Hagenstrasse verschönert.

René Lipp ist der Bauleiter auf der Grossbaustelle des KSU. Der Mitarbeiter der BHP Baumanagement AG ist 32 Jahre alt und koordiniert die zahlreichen Arbeitsabläufe auf der Baustelle.

Was ist Ihr Job als Bauleiter?
Der Bauleiter vertritt den Bauherrn, also den Kanton Uri, und seine Interessen auf der Baustelle. Als Bauleiter bin ich in erster Linie für die Termine, Kosten und Qualität verantwortlich. Ich bin das Bindeglied zwischen Bauherr, Planer und den ausführenden Unternehmern. Ich koordiniere die Arbeiten terminlich, räumlich und prüfe laufend das Resultat.

Es gibt einen zweiten Bauleiter: den Altdorfer Pascal Walker. Was ist seine Aufgabe?
Wir haben die verschiedenen Arbeitsgattungen untereinander aufgeteilt. Jeder von uns weiss über alle Arbeiten Bescheid, jedoch nicht bis ins tiefste Detail. Zudem wohnt Pascal in der Nähe des Spitals und kann bei einem Ereignis am Abend und an Wochenenden schnell reagieren.

Wie führt man eine solche Grossbaustelle?
Als Bauleiter führt man so ein Projekt wie ein Unternehmen mit zeitweise Hunderten von Mitarbeitern mit einem anspruchsvollen Ziel. Ein wichtiger Punkt ist das Verständnis für das Projekt als grosses Ganzes, damit alle Abhängigkeiten berücksichtigt werden und nichts in Vergessenheit gerät. Das Wichtigste ist jedoch, dass ich als Bauleiter mit allen Projektbeteiligten auf Augenhöhe kommuniziere und allen Beteiligten die notwendige Aufmerksamkeit schenke. So ein Projekt kann unmöglich im Alleingang realisiert werden. Es braucht jeden Einzelnen, um das Gebäude am Schluss erfolgreich dem Bauherrn zu übergeben.

Wie behalten Sie die Übersicht?
Die beste Übersicht behält man mit viel Präsenz auf dem Bau und einem guten Austausch mit den Arbeitern. So erfahre ich aus erster Instanz, wo etwas gut oder schlecht läuft. Auch das Führen von einfachen Pendenzenlisten hilft, die Übersicht der zu erledigenden Aufgaben zu behalten.

Muss man improvisieren können?
Ja, definitiv. Bei 170 Personen von 30 verschiedenen Firmen, die aktuell auf der Baustelle tätig sind, gibt es ständig Situationen, welche nicht vorhersehbar sind und auch nicht geplant werden können. Dies erfordert Improvisation und Fingerspitzengefühl.

Läuft bis jetzt alles nach Plan?
Auf so einer Baustelle wird nie alles nach Plan laufen! Ich bin mit dem Stand der Arbeiten aber sehr zufrieden. Die Unter nehmen arbeiten mit- und nicht gegeneinander, was heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich ist.

Das Familienunternehmen G. Bosshard AG stellt an grossen Flachdächern des Spitalneubaus sein Können unter Beweis.

Dalibor Martinović steht auf dem Flachdach des neuen Kantonsspitals. Gestern hat es geschneit, heute regnet es in Strömen. Trotzdem ist der Projektleiter der Firma G. Bosshard AG gut gelaunt. Das nasse Wetter zeigt, dass die G. Bosshard AG ganze Arbeit geleistet hat. Das Gebäude konnte rechtzeitig dicht gebracht werden, insbesondere alle Bauzeitabdichtungen. Somit können die Arbeiten im Gebäudeinneren im Trockenen ausgeführt werden.

«Ich bin sehr stolz, dass wir an diesem Bauwerk mitarbeiten dürfen», sagt Dalibor Martinović, Leiter Gebäudehülle und eidg. dipl. Spenglermeister. Der Familienvater aus Schattdorf freut sich auch für seinen Arbeitgeber. «Es ist super, dass ein Urner Familienunternehmen diesen Auftrag und das Vertrauen bekommen hat.» Die G. Bosshard AG besteht seit 1947. Die grosse Erfahrung fliesst nun in den Spitalneubau ein, wo das Unternehmen die umfangreichen Flachdach- und Spenglerarbeiten ausführt. Dalibor Martinović schätzt auf der KSU-Baustelle etwas sehr: «Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ist ausgezeichnet.» Und er ergänzt: «Mir persönlich haben der Kanton Uri und seine zuvorkommende Bevölkerung sehr viel gegeben. Es freut mich enorm, dass ich auf diesem Weg etwas zurückgeben kann.»

Eine Sonderkommission des Urner Landrats begleitet den Um- und Neubau eng. Die Spitalkommission liefert jährlich einen schriftlichen Bericht ab. Am 16. Dezember 2020 wurde dieser im Urner Landrat behandelt. Die Spitalkommission stellt den Verantwortlichen ein gutes Zeugnis aus.

 


LA.2020-0743_I._Bericht_Spitalkommission.pdf (ur.ch)

Das neue Kantonsspital Uri nimmt Form an. In den letzten eineinhalb Jahren ist es vor allem in die Höhe gewachsen. Nun folgt der Innenausbau mitsamt der aufwendigen Gebäude- und Medizinaltechnik. Die Bauarbeiten verlaufen nach Plan: Ab Sommer 2022 wird das moderne Spital für die zeitgemässe Gesundheitsversorgung der Urnerinnen und Urner bereitstehen.

Lesen Sie mehr dazu in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift IMAGE; IMAGE_33_BD-KSU

Reto Indergand, Focus Pictures Erstfeld, hat mit seiner Kamera die Entstehung des Rohbaus begleitet. Viel Spass beim Schauen!

 

 

Unterwegs mit einer Reporterin des «Urner Wochenblatts» im Spitalgarten der Zukunft.

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Nationalrat Simon Stadler hat die landrätliche Spitalkommission von 2017 bis 2020 fast vier Jahre präsidiert. Sein Mandat ist Ende Mai zu Ende gegangen. Zeit für einen Rück- und Ausblick.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Präsidentenzeit?

Politik verstehe ich als ständiges Lernen. So erging es mir auch mit dem Neubau des Kantonsspitals Uri (KSU). Alle Sitzungen waren deshalb für mich Höhepunkte. Wir haben als Kommission die Möglichkeit, mit einem direkten Draht zu den Verantwortlichen des KSU und zum Regierungsrat einen vertieften Einblick in dieses Jahrhundertprojekt zu bekommen. Der Neubau des Kantonsspitals war und ist für mich ein Herzensanliegen.

Welchen Auftrag hat die Spitalkommission?

Die Spitalkommission hat die Aufgabe die Oberaufsicht auch über das Projektmanagement und Baucontrolling wahrzunehmen, so dass sich die Kosten im Kreditrahmen bewegen. Sie schaut auch, dass der Kanton für die bereitgestellten finanziellen Mittel ein Gebäude von hoher Qualität erhält, mit dem eine zentrale Versorgung im Urner Gesundheitswesen sichergestellt ist.

Die Einsetzung der Kommission war im Landrat umstritten. Es gab Stimmen, die sagten, diese Spezialkommission braucht es nicht. Wäre es auch ohne gegangen?

Sicher wäre es auch ohne gegangen. Jedoch wären die Baukommission, die Gesundheits-, Sozial- und Umweltkommission sowie die Finanzkommission in den Prozess involviert gewesen. Deshalb hat sich der Landrat für diese neue Kommission entschieden, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der genannten Kommissionen zusammensetzt. Damit werden auch Ressourcen und Fachkompetenzen der involvierten  Kommissionen gebündelt. Der Landrat kann so effizienter arbeiten. Ich finde es sinnvoll, dass während der Bauzeit die Spitalkommission als Aufsichtskommission den Neubau begleitet. Eine Aufsichtskommission hat mehr Kompetenzen als eine Fachkommission.

Welchen Eindruck haben Sie von der Projektleitung erhalten?

Der Neubau des KSU ist terminlich auf Kurs. Die finanziellen Prognosen liegen im Kreditrahmen. Als jemand, dem als gelerntem Maurer das Bauwesen vertraut ist, muss ich sagen, dass unsere Beurteilungen mit jenen der Projektleiter nicht immer deckungsgleich waren. Ich bin jedoch fest überzeugt, dass Projektleitung und Kommission die gleichen Ziele verfolgen.

Braucht es die Spitalkommission weiterhin?

Ja. Die Kommission hat dann ihren Auftrag erfüllt, wenn das Spital im Kreditrahmen beendet und die Terminvorgaben eingehalten werden konnten.

Welche Ratschläge geben Sie der Kommission auf den Weg?

Ich wünsche mir, dass die Spitalkommission weiterhin kritisch, aber konstruktiv den Spitalneubau begleitet. Die Corona-Krise hat klar aufgezeigt, dass wir in Uri auch in Zukunft für Herausforderungen gerüstet sein müssen. Dass dabei ein modernes Spital eine Schlüsselrolle spielen muss, dürfte nun allen klar sein.

Aktueller Beitrag in den Urner Medien zum Stand der Bauarbeiten: Nur noch ein Stock fehlt vom Rohbau, und die Heizung ist jetzt schon bereit. Ein Rundgang auf der grössten Baustelle des Kantons.

Quelle: Urner Zeitung

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Epidemien fordern Spitäler stark. Dank der neuen Infrastruktur können Krisen wie das Coronavirus in Uri noch besser bewältigt werden. Weiterlesen