Nationalrat Simon Stadler hat die landrätliche Spitalkommission von 2017 bis 2020 fast vier Jahre präsidiert. Sein Mandat ist Ende Mai zu Ende gegangen. Zeit für einen Rück- und Ausblick.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Präsidentenzeit?

Politik verstehe ich als ständiges Lernen. So erging es mir auch mit dem Neubau des Kantonsspitals Uri (KSU). Alle Sitzungen waren deshalb für mich Höhepunkte. Wir haben als Kommission die Möglichkeit, mit einem direkten Draht zu den Verantwortlichen des KSU und zum Regierungsrat einen vertieften Einblick in dieses Jahrhundertprojekt zu bekommen. Der Neubau des Kantonsspitals war und ist für mich ein Herzensanliegen.

Welchen Auftrag hat die Spitalkommission?

Die Spitalkommission hat die Aufgabe die Oberaufsicht auch über das Projektmanagement und Baucontrolling wahrzunehmen, so dass sich die Kosten im Kreditrahmen bewegen. Sie schaut auch, dass der Kanton für die bereitgestellten finanziellen Mittel ein Gebäude von hoher Qualität erhält, mit dem eine zentrale Versorgung im Urner Gesundheitswesen sichergestellt ist.

Die Einsetzung der Kommission war im Landrat umstritten. Es gab Stimmen, die sagten, diese Spezialkommission braucht es nicht. Wäre es auch ohne gegangen?

Sicher wäre es auch ohne gegangen. Jedoch wären die Baukommission, die Gesundheits-, Sozial- und Umweltkommission sowie die Finanzkommission in den Prozess involviert gewesen. Deshalb hat sich der Landrat für diese neue Kommission entschieden, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der genannten Kommissionen zusammensetzt. Damit werden auch Ressourcen und Fachkompetenzen der involvierten  Kommissionen gebündelt. Der Landrat kann so effizienter arbeiten. Ich finde es sinnvoll, dass während der Bauzeit die Spitalkommission als Aufsichtskommission den Neubau begleitet. Eine Aufsichtskommission hat mehr Kompetenzen als eine Fachkommission.

Welchen Eindruck haben Sie von der Projektleitung erhalten?

Der Neubau des KSU ist terminlich auf Kurs. Die finanziellen Prognosen liegen im Kreditrahmen. Als jemand, dem als gelerntem Maurer das Bauwesen vertraut ist, muss ich sagen, dass unsere Beurteilungen mit jenen der Projektleiter nicht immer deckungsgleich waren. Ich bin jedoch fest überzeugt, dass Projektleitung und Kommission die gleichen Ziele verfolgen.

Braucht es die Spitalkommission weiterhin?

Ja. Die Kommission hat dann ihren Auftrag erfüllt, wenn das Spital im Kreditrahmen beendet und die Terminvorgaben eingehalten werden konnten.

Welche Ratschläge geben Sie der Kommission auf den Weg?

Ich wünsche mir, dass die Spitalkommission weiterhin kritisch, aber konstruktiv den Spitalneubau begleitet. Die Corona-Krise hat klar aufgezeigt, dass wir in Uri auch in Zukunft für Herausforderungen gerüstet sein müssen. Dass dabei ein modernes Spital eine Schlüsselrolle spielen muss, dürfte nun allen klar sein.