Baudirektor Nager freut sich über Fortschritte

Für Baudirektor Roger Nager ist der Neubau des Kantonsspitals Uri ein Vorzeigeprojekt. Die vielen Urner Handwerker leisten auf dem Generationenbau Toparbeit. Bis zum Bezug 2022 wird noch rund ein Jahr lang gearbeitet, getestet und eingerichtet. Der Neubau geniesst in der Bevölkerung grossen Rückhalt – und macht riesen Fortschritte.

Im Mai dieses Jahres kam das Gerüst weg. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie den Spitalneubau zum ersten Mal von aussen betrachteten?

Das war ein schöner Moment. Das Gebäude so zu sehen, war toll. Der Bau überzeugt mich. Er fügt sich gut in die Umgebung ein. Was mir aber als Erstes durch den Kopf schoss, war: die vielen grossen Fenster! Tageslicht und der Blick nach draussen sind zentrale Elemente des Baus.

Was bringt das?

Die Patientinnen und Patienten sehen direkt auf die Urner Berge. Das ist ein wunderschönes Panorama. Wer daran Freude hat, kann daraus Kraft für die Genesung schöpfen. Das Tageslicht kommt natürlich auch dem Personal zugute und schafft in einem 24-Stunden-Betrieb Orientierung.

Was läuft derzeit auf der Baustelle?

In den letzten Monaten konnte man sehr gut beobachten, woran gearbeitet wurde, denn die Baustelle war etwa von der Dachterrasse des heutigen Spitals gut einsehbar. Jetzt, wo die Hülle steht, laufen die Arbeiten im Innern auf Hochtouren. Der Spitalbau ist ja extrem komplex: Es braucht sehr viel an Elektronik und Technik, dass der Betrieb funktioniert. Auf den einzelnen Stockwerken arbeiten Elektroinstallateure, Sanitäre, Schreiner etc. jetzt Hand in Hand. Die Koordination der einzelnen Branchen ist eine grosse Herausforderung.

Wo steht der Bau derzeit?

Wir stehen kurz vor dem Endspurt. In rund einem Jahr soll der Neubau eröffnet werden. Eine wichtige Aufgabe, die bevorsteht, ist die intensive Testphase. Bevor der Betrieb im Neubau startet, werden alle Anlagen während Monaten auf Herz und Nieren geprüft.

Was sticht für Sie bei den Arbeiten besonders hervor?

Die erfreuliche Tatsache, dass viele Urner Firmen Aufträge sichern konnten. Auch wenn ein Spital ein Spezialbau ist, haben die Urner Handwerker voll überzeugt. Wie ich in persönlichen Gesprächen gemerkt habe, sind die Urner Arbeiter besonders motiviert, beim Spitalneubau ihr Können unter Beweis zu stellen. Und ganz wichtig: Wir wurden vor grösseren Unfällen verschont.

Wie lief es auf der Baustelle?

Die Organisation auf der Baustelle war hervorragend. Das ist alles andere als einfach bei so vielen Firmen, Arbeitsabläufen und Herausforderungen. Wir konnten stets durcharbeiten, und die Baustelle war sauber und ordentlich. Ein Vorzeigeprojekt durch und durch. Wie wirkt sich Corona aus? Die weltweite Pandemie macht auch vor Uri nicht halt. Während der Corona-Pandemie konnten die wichtigen grossen Sitzungen nicht physisch stattfinden. Die Bauleitung und die Firmen mussten sich sehr gut absprechen. Bis zum Sommer dieses Jahres konnten wir auf der Baustelle alle Bremser, die Corona mit sich brachte, kompensieren. Das ist ein grosses Verdienst der Leute vor Ort. Aktuell kämpfen wir – wie alle anderen im Baugewerbe – mit Lieferengpässen. Es fehlen wichtige Rohstoffe. Das heisst für uns, dass verschiedene Firmen nicht wie geplant produzieren können.

Kommt es zu Verzögerungen?

Bis jetzt konnten wir alles gut aufholen. Wir setzen alles daran, den Bau voranzutreiben. Lieferverzögerungen sind aber aufgrund der weltweiten Marktlage leider nicht auzuschliessen. Auch wenn auf der Baustelle alles top läuft, haben wir auf die Lieferengpässe keinen Einfluss. Welche Auswirkung das auf die Termine hat, wird sich im Verlaufe des Herbstes zeigen.

Die Grossbaustelle befindet sich mitten im Wohngebiet und direkt neben dem Spital, wo der Betrieb wie gewohnt weiterläuft. Kam es da zu vielen Reklamationen?

Nein, wir hatten nur einzelne Beanstandungen. Das Einvernehmen mit den Nachbarn war gut, und wir durften auf grosses Verständnis zählen. Ich habe generell das Gefühl, dass der Austausch und die Kommunikation mit der Bevölkerung gut war. Wir konnten regelmässig informieren, und der Rückhalt für dieses Bauwerk ist nach wie vor sehr, sehr hoch.