Thomas von Deschwanden hat als Polier der Implenia Schweiz AG auf der Baustelle des neuen Kantonsspitals Uri (KSU) alle Fäden in der Hand. «Geht nicht, gibt’s nicht», sagt der 29-jährige Altdorfer.

Nein, eine Baustelle wie jede andere sei diese bestimmt nicht, erklärt Polier Thomas von Deschwanden. «Als Urner bin ich sehr stolz darauf, zusammen mit einem seit Jahren eingespielten Team das neue Kantonsspital bauen zu dürfen», präzisiert er. Das KSU bezeichnet er als seinen bisherigen Karrierehöhepunkt. Und das mit 29 Jahren. An seine Pensionierung zu denken, sei aber definitiv noch zu früh, meint er lachend.

Als Polier ist Thomas von Deschwanden der Chef auf der Baustelle und für das Tagesgeschäft zuständig. Er legt die Tagesziele fest, rapportiert, kontrolliert, optimiert und bestellt
das Material. Dabei setzt er mit rund 40 Personen aus sieben Nationen die Pläne der Architekten und Planer um. Lösungsorientiertes Denken, Mut zum Improvisieren und Kreativität
sind Eigenschaften, die ihm als Polier helfen, jeden Tag etwas Neues zu erschaffen. Dies setzt er unter grossem Zeit- und Kostendruck um. Trotz diesem Druck steht die Sicherheit
auf der Baustelle an erster Stelle.

Aber noch etwas anderes ist ihm sehr wichtig: Teamgeist. «Denn nur als Einheit können wir die verlangte Leistung erbringen», sagt Thomas von Deschwanden bestimmt.

Nationalrat Simon Stadler hat die landrätliche Spitalkommission von 2017 bis 2020 fast vier Jahre präsidiert. Sein Mandat ist Ende Mai zu Ende gegangen. Zeit für einen Rück- und Ausblick.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Präsidentenzeit?

Politik verstehe ich als ständiges Lernen. So erging es mir auch mit dem Neubau des Kantonsspitals Uri (KSU). Alle Sitzungen waren deshalb für mich Höhepunkte. Wir haben als Kommission die Möglichkeit, mit einem direkten Draht zu den Verantwortlichen des KSU und zum Regierungsrat einen vertieften Einblick in dieses Jahrhundertprojekt zu bekommen. Der Neubau des Kantonsspitals war und ist für mich ein Herzensanliegen.

Welchen Auftrag hat die Spitalkommission?

Die Spitalkommission hat die Aufgabe die Oberaufsicht auch über das Projektmanagement und Baucontrolling wahrzunehmen, so dass sich die Kosten im Kreditrahmen bewegen. Sie schaut auch, dass der Kanton für die bereitgestellten finanziellen Mittel ein Gebäude von hoher Qualität erhält, mit dem eine zentrale Versorgung im Urner Gesundheitswesen sichergestellt ist.

Die Einsetzung der Kommission war im Landrat umstritten. Es gab Stimmen, die sagten, diese Spezialkommission braucht es nicht. Wäre es auch ohne gegangen?

Sicher wäre es auch ohne gegangen. Jedoch wären die Baukommission, die Gesundheits-, Sozial- und Umweltkommission sowie die Finanzkommission in den Prozess involviert gewesen. Deshalb hat sich der Landrat für diese neue Kommission entschieden, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der genannten Kommissionen zusammensetzt. Damit werden auch Ressourcen und Fachkompetenzen der involvierten  Kommissionen gebündelt. Der Landrat kann so effizienter arbeiten. Ich finde es sinnvoll, dass während der Bauzeit die Spitalkommission als Aufsichtskommission den Neubau begleitet. Eine Aufsichtskommission hat mehr Kompetenzen als eine Fachkommission.

Welchen Eindruck haben Sie von der Projektleitung erhalten?

Der Neubau des KSU ist terminlich auf Kurs. Die finanziellen Prognosen liegen im Kreditrahmen. Als jemand, dem als gelerntem Maurer das Bauwesen vertraut ist, muss ich sagen, dass unsere Beurteilungen mit jenen der Projektleiter nicht immer deckungsgleich waren. Ich bin jedoch fest überzeugt, dass Projektleitung und Kommission die gleichen Ziele verfolgen.

Braucht es die Spitalkommission weiterhin?

Ja. Die Kommission hat dann ihren Auftrag erfüllt, wenn das Spital im Kreditrahmen beendet und die Terminvorgaben eingehalten werden konnten.

Welche Ratschläge geben Sie der Kommission auf den Weg?

Ich wünsche mir, dass die Spitalkommission weiterhin kritisch, aber konstruktiv den Spitalneubau begleitet. Die Corona-Krise hat klar aufgezeigt, dass wir in Uri auch in Zukunft für Herausforderungen gerüstet sein müssen. Dass dabei ein modernes Spital eine Schlüsselrolle spielen muss, dürfte nun allen klar sein.

An der Seedorferstrasse steht ein Muster der künftigen Spitalfassade. Dieses sogenannte MoKab hilft mit, dass das neue
Gebäude auch in der Praxis taugt.

Vis-à-vis des Parkplatzes der Feldli-Sportanlage steht seit Frühling dieses Jahres eine bemerkenswerte Konstruktion. Das vier Meter hohe Bauwerk aus Beton ist ein Muster der neuen Spitalfassade, und zwar im Massstab 1:1.

Das Material, die grossen Fenster und die Farbgebung entsprechen in etwa der späteren Erscheinung des Neubaus. Es ist wichtig, so ein Muster aufzubauen, damit die Planer vor Ort sehen, wie sich das gewählte Material verhält. Auch werden viele Details getestet, zum Beispiel die Föhntauglichkeit des künftigen Sonnenschutzes.

So können Nutzer, die Planer und die Baufachleute sich ein reales Bild machen und wichtige Optimierungen treffen. Denn diese Fassadenelemente kommen am Neubau viele dutzend Male vor.

Auch die vorbeispazierenden Urnerinnen und Urnern erhalten schon einen kleinen Einblick, wie das Kantonsspital Uri zukünftig von aussen aussehen wird. Das Musterobjekt wird vorerst dort stehen bleiben und dient beim Aufbau der Fassade als Referenz. Kurz vor der Eröffnung des Neubaus wird es dann abgebaut.

Aktueller Beitrag in den Urner Medien zum Stand der Bauarbeiten: Nur noch ein Stock fehlt vom Rohbau, und die Heizung ist jetzt schon bereit. Ein Rundgang auf der grössten Baustelle des Kantons.

Quelle: Urner Zeitung

Klicken Sie hier, um den Beitrag zu lesen.

 

 

Epidemien fordern Spitäler stark. Dank der neuen Infrastruktur können Krisen wie das Coronavirus in Uri noch besser bewältigt werden. Weiterlesen

Ein aktueller Rundgang auf der KSU-Baustelle. Bist im Sommer schon steht der Rohbau des neuen Spitals! Hier geht’s zur Reportage von Tele1:

Jetzt geht es rasant voran mit dem Neubau KSU: Bis im Sommer 2020 sind alle Arbeiten zum Neubau vergeben und der Rohbau steht.

Petrus hat es Anfang Jahr mit den Arbeiten auf der Baustelle des Neubaus des Kantonsspitals Uri gut gemeint: Statt Schnee und Matsch schien nach der Weihnachtspause die Sonne. Das Wetter wurde genutzt: Die Arbeiten am Untergeschoss sind gutvorangekommen. Fortschritte gab es auch bei der neuen Energiezentrale – sie ist das technische Herzstück des neuen Gebäudes und beherbergt wichtige technische Einrichtungen für den späteren Betrieb.

Aktuell laufen die Baumeisterarbeiten am Erdgeschoss. Hier finden die Eingangshalle mit dem Empfang, der Notfall, das interdisziplinäre Ambulatorium mit Untersuchungsräumen und das neue Restaurant des KSU Platz. Die ersten Raumteilungen sind schon sichtbar. «Jetzt wächst der Neubau buchstäblich aus dem Boden heraus», erklärt Projektleiter René Mulle. Bis im Sommer 2020 soll der Rohbau mit vier oberirdischen Geschossen hochgezogen sein. Dann sieht man zum ersten Mal die kompletten Dimensionen des Neubaus.

Im Verlauf des Jahres 2020 stehen die Bauarbeiten an der Gebäudehülle mit Fenstern, Fassaden und Dachabdichtungen auf dem Programm. Bis Anfang 2021 soll die gesamte Gebäudehülle geschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt geht es im Innern des Neubaus mit Haustechnikinstallationen, Leichtbauwänden, Unterlagsböden etc. weiter, bevor es an den eigentlichen Innenausbau und dem Einbau der Medizintechnik geht. In Betrieb genommen werden soll der Neubau im Sommer 2022.

In den vergangenen Wochen konnten weitere Arbeiten für den Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri vergeben werden. Stand Ende November 2019 sind rund 70 Prozent der Bauleistungen für den Neubau bereits vergeben worden. Die Aufträge werden gemäss Submissionsgesetz fast ausschliesslich im offenen Verfahren im Staatsvertragsbereich ausgeschrieben. Die Konkurrenz ist gross, da sich Unternehmen aus der ganzen Schweiz und auch dem Ausland bewerben können. Sehr erfreulich ist, dass dennoch viele Urner Unternehmen berücksichtigt werden konnten. Von den Aufträgen, für die sich Urner Unternehmen beworben hatten, gingen über 70 Prozent an Urner Firmen. In Franken ausgedrückt: Bisher gingen Aufträge für 24.5 Millionen Franken ans Urner Gewerbe. «Das ist ein sehr hoher Wert und zeigt, dass die Einheimischen konkurrenzfähig sind und vom Bau direkt profitieren können», sagt Baudirektor Roger Nager.

Bei den Arbeitsvergaben spielt nicht nur der Preis eine Rolle, sondern auch Erfahrung und Referenzen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens sowie die Schlüsselpersonen. Den Urner Unternehmen kommt auch zugute, dass Arbeitsgemeinschaften (ARGEs) bei den Offerteingaben ausdrücklich zugelassen sind. So können sich Urner Firmen, die für sich alleine zu klein für einzelne Aufträge wären, mit anderen Firmen zusammenschliessen. Als nächste Arbeitspakete werden im Jahr 2020 unter anderem Gipserarbeiten, Bodenbeläge, Deckenbeläge, Schreinerarbeiten, Malerarbeiten oder Umgebungsarbeiten vergeben.

Aktuell ist der Baumeister an der Bodenplatte und dem Untergeschoss am Arbeiten. Bis Ende Aktuell ist der Baumeister an der Bodenplatte und dem Untergeschoss am Arbeiten. Die Arbeiten schreiten termingerecht voran. Bis Ende Sommer 2020 sind dann alle Arbeiten für den Neubau vergeben. Voraussichtlich im dritten Quartal 2022 wird der Neubau bezogen. Dann folgt der Umbau des bestehenden Traktes D. Ganz abgeschlossen sein wird der Um- und Neubau des Kantonsspitals Ende 2025.

 

Die Baugrube entsteht: Sehen Sie die Arbeiten der vergangenen Monate im Zeitrafferfilm, vom Fällen der Mammutbäume bis zum Aushub der Baugrube.

Weiterlesen

Virtueller Rundgang Eingangsbereich

Mit diesem kurzen Animationsfilm laden wir Sie auf einen Rundgang durch das neue Kantonsspital Uri ein. Weiterlesen