Eine Sonderkommission des Urner Landrats begleitet den Um- und Neubau eng. Die Spitalkommission liefert jährlich einen schriftlichen Bericht ab. Am 16. Dezember 2020 wurde dieser im Urner Landrat behandelt. Die Spitalkommission stellt den Verantwortlichen ein gutes Zeugnis aus.

 


LA.2020-0743_I._Bericht_Spitalkommission.pdf (ur.ch)

Das neue Kantonsspital Uri nimmt Form an. In den letzten eineinhalb Jahren ist es vor allem in die Höhe gewachsen. Nun folgt der Innenausbau mitsamt der aufwendigen Gebäude- und Medizinaltechnik. Die Bauarbeiten verlaufen nach Plan: Ab Sommer 2022 wird das moderne Spital für die zeitgemässe Gesundheitsversorgung der Urnerinnen und Urner bereitstehen.

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Reto Indergand, Focus Pictures Erstfeld, hat mit seiner Kamera die Entstehung des Rohbaus begleitet. Viel Spass beim Schauen!

 

 

Im April 2019 fand der Spatenstich für den Neubau des Kantonsspitals statt. In etwas mehr als einem Jahr wurde der Rohbau gestellt.

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Fotos: Angel Sanchez

Unterwegs mit einer Reporterin des «Urner Wochenblatts» im Spitalgarten der Zukunft.

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Thomas von Deschwanden hat als Polier der Implenia Schweiz AG auf der Baustelle des neuen Kantonsspitals Uri (KSU) alle Fäden in der Hand. «Geht nicht, gibt’s nicht», sagt der 29-jährige Altdorfer.

Nein, eine Baustelle wie jede andere sei diese bestimmt nicht, erklärt Polier Thomas von Deschwanden. «Als Urner bin ich sehr stolz darauf, zusammen mit einem seit Jahren eingespielten Team das neue Kantonsspital bauen zu dürfen», präzisiert er. Das KSU bezeichnet er als seinen bisherigen Karrierehöhepunkt. Und das mit 29 Jahren. An seine Pensionierung zu denken, sei aber definitiv noch zu früh, meint er lachend.

Als Polier ist Thomas von Deschwanden der Chef auf der Baustelle und für das Tagesgeschäft zuständig. Er legt die Tagesziele fest, rapportiert, kontrolliert, optimiert und bestellt
das Material. Dabei setzt er mit rund 40 Personen aus sieben Nationen die Pläne der Architekten und Planer um. Lösungsorientiertes Denken, Mut zum Improvisieren und Kreativität
sind Eigenschaften, die ihm als Polier helfen, jeden Tag etwas Neues zu erschaffen. Dies setzt er unter grossem Zeit- und Kostendruck um. Trotz diesem Druck steht die Sicherheit
auf der Baustelle an erster Stelle.

Aber noch etwas anderes ist ihm sehr wichtig: Teamgeist. «Denn nur als Einheit können wir die verlangte Leistung erbringen», sagt Thomas von Deschwanden bestimmt.

Nationalrat Simon Stadler hat die landrätliche Spitalkommission von 2017 bis 2020 fast vier Jahre präsidiert. Sein Mandat ist Ende Mai zu Ende gegangen. Zeit für einen Rück- und Ausblick.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Präsidentenzeit?

Politik verstehe ich als ständiges Lernen. So erging es mir auch mit dem Neubau des Kantonsspitals Uri (KSU). Alle Sitzungen waren deshalb für mich Höhepunkte. Wir haben als Kommission die Möglichkeit, mit einem direkten Draht zu den Verantwortlichen des KSU und zum Regierungsrat einen vertieften Einblick in dieses Jahrhundertprojekt zu bekommen. Der Neubau des Kantonsspitals war und ist für mich ein Herzensanliegen.

Welchen Auftrag hat die Spitalkommission?

Die Spitalkommission hat die Aufgabe die Oberaufsicht auch über das Projektmanagement und Baucontrolling wahrzunehmen, so dass sich die Kosten im Kreditrahmen bewegen. Sie schaut auch, dass der Kanton für die bereitgestellten finanziellen Mittel ein Gebäude von hoher Qualität erhält, mit dem eine zentrale Versorgung im Urner Gesundheitswesen sichergestellt ist.

Die Einsetzung der Kommission war im Landrat umstritten. Es gab Stimmen, die sagten, diese Spezialkommission braucht es nicht. Wäre es auch ohne gegangen?

Sicher wäre es auch ohne gegangen. Jedoch wären die Baukommission, die Gesundheits-, Sozial- und Umweltkommission sowie die Finanzkommission in den Prozess involviert gewesen. Deshalb hat sich der Landrat für diese neue Kommission entschieden, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der genannten Kommissionen zusammensetzt. Damit werden auch Ressourcen und Fachkompetenzen der involvierten  Kommissionen gebündelt. Der Landrat kann so effizienter arbeiten. Ich finde es sinnvoll, dass während der Bauzeit die Spitalkommission als Aufsichtskommission den Neubau begleitet. Eine Aufsichtskommission hat mehr Kompetenzen als eine Fachkommission.

Welchen Eindruck haben Sie von der Projektleitung erhalten?

Der Neubau des KSU ist terminlich auf Kurs. Die finanziellen Prognosen liegen im Kreditrahmen. Als jemand, dem als gelerntem Maurer das Bauwesen vertraut ist, muss ich sagen, dass unsere Beurteilungen mit jenen der Projektleiter nicht immer deckungsgleich waren. Ich bin jedoch fest überzeugt, dass Projektleitung und Kommission die gleichen Ziele verfolgen.

Braucht es die Spitalkommission weiterhin?

Ja. Die Kommission hat dann ihren Auftrag erfüllt, wenn das Spital im Kreditrahmen beendet und die Terminvorgaben eingehalten werden konnten.

Welche Ratschläge geben Sie der Kommission auf den Weg?

Ich wünsche mir, dass die Spitalkommission weiterhin kritisch, aber konstruktiv den Spitalneubau begleitet. Die Corona-Krise hat klar aufgezeigt, dass wir in Uri auch in Zukunft für Herausforderungen gerüstet sein müssen. Dass dabei ein modernes Spital eine Schlüsselrolle spielen muss, dürfte nun allen klar sein.

An der Seedorferstrasse steht ein Muster der künftigen Spitalfassade. Dieses sogenannte MoKab hilft mit, dass das neue
Gebäude auch in der Praxis taugt.

Vis-à-vis des Parkplatzes der Feldli-Sportanlage steht seit Frühling dieses Jahres eine bemerkenswerte Konstruktion. Das vier Meter hohe Bauwerk aus Beton ist ein Muster der neuen Spitalfassade, und zwar im Massstab 1:1.

Das Material, die grossen Fenster und die Farbgebung entsprechen in etwa der späteren Erscheinung des Neubaus. Es ist wichtig, so ein Muster aufzubauen, damit die Planer vor Ort sehen, wie sich das gewählte Material verhält. Auch werden viele Details getestet, zum Beispiel die Föhntauglichkeit des künftigen Sonnenschutzes.

So können Nutzer, die Planer und die Baufachleute sich ein reales Bild machen und wichtige Optimierungen treffen. Denn diese Fassadenelemente kommen am Neubau viele dutzend Male vor.

Auch die vorbeispazierenden Urnerinnen und Urnern erhalten schon einen kleinen Einblick, wie das Kantonsspital Uri zukünftig von aussen aussehen wird. Das Musterobjekt wird vorerst dort stehen bleiben und dient beim Aufbau der Fassade als Referenz. Kurz vor der Eröffnung des Neubaus wird es dann abgebaut.

Aktueller Beitrag in den Urner Medien zum Stand der Bauarbeiten: Nur noch ein Stock fehlt vom Rohbau, und die Heizung ist jetzt schon bereit. Ein Rundgang auf der grössten Baustelle des Kantons.

Quelle: Urner Zeitung

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