Das Vorprojekt für den Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri (KSU) ist abgeschlossen. Mit 115 Mio. Franken fällt der Baukredit, den der Steuerungsausschuss dem Regierungsrat als Antrag vorlegt, um rund 7 Mio. Franken höher aus, als ursprünglich veranschlagt. Die zusätzlichen Kosten begründen sich mit baulichen Anpassungen, die den Betrieb des KSU langfristig vereinfachen und vergünstigen. Das KSU wird die Investitionskosten dem Kanton über eine jährliche Nutzungsgebühr wieder abgelten.

Im Januar dieses Jahres wurde der Urner Bevölkerung das Siegerprojekt aus dem Generalplanerwettbewerb für den Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri (KSU) vorgestellt. Das Projekt «William» von Darlington Meier Architekten wurde seither intensiv weiterbearbeitet. In den vergangenen elf Monaten konnten die Planungsarbeiten auf Stufe Vorprojekt abgeschlossen werden. Der Um- und Neubau KSU ist das grösste Hochbauprojekt in der Geschichte des Kantons Uri. Geplant ist, dass das heutige Spitalgebäude aus dem Jahr 1963 durch einen vierstöckigen Neubau ersetzt wird. Dieser ist so in das Areal integriert, dass auch weiterhin eine grosszügige Parkanlage das Spital umrundet. Der alte Bettentrakt sowie der Verbindungsbau (heutiger Eingang) werden abgebrochen. Der Trakt D aus dem Jahr 1997 wird vollständig saniert und umgebaut.

Betriebsabläufe angepasst

Das Kantonsspital Uri wird aber nicht nur von aussen neu daherkommen. Drei moderne Operationssäle und zwei Pflegestationen mit 80 Betten, eine kombinierte Frauenklinik und Geburtsabteilung sowie zeitgemässe Behandlungs- und Therapieräume bilden die Infrastruktur, die für einen Spitalbetrieb notwendig ist. Betrieblich wird sich das Spital stärker auf Patientinnen und Patienten ausrichten. So wird beispielsweise ein interdisziplinäres Ambulatorium eingerichtet, in dem die verschiedenen Fachärzte optimal zusammenarbeiten können. Miteinbezogen in die Detailplanung wurde auch das Personal des KSU. Die Belegschaft brachte wichtige und praktische Anregungen und Optimierungen ins Projekt ein, so dass sichergestellt ist, dass das neue Bauwerk den Anforderungen eines Spitals für die Urner Bevölkerung gerecht wird.

Baukredit 115 Mio. Franken

Das Vorprojekt konnte inzwischen termingerecht abgeschlossen werden. Für die Planung verantwortlich ist der Steuerungsausschuss. Ihm hat der Regierungsrat den Auftrag erteilt, einen Baukredit auszuarbeiten. Damit liegt dem Regierungsrat auch eine fundierte Kostenschätzung vor. Im Januar 2016 wurde das Projekt Um- und Neubau KSU mit rund 108,7 Mio. Franken (mit einer Genauigkeit von +/- 25 Prozent, inklusive MwSt.) veranschlagt. Das Vorprojekt rechnet nun mit zusätzlichen Kosten von rund 7 Mio. Franken, sodass sich der beantragte Baukredit auf 115 Mio. Franken (+/- 15 Prozent, inklusive MwSt.) erhöht. Die zusätzlichen Investitionen gehen insbesondere auf Projektanpassungen zurück, die den Betrieb des Spitals langfristig verbessern und künftige Betriebs- sowie Sachkosten einsparen werden. So können mit baulichen Eingriffen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass personalintensive Abläufe künftig vereinfacht werden können.

Spital zahlt Investition zurück

Das neue Spital soll nicht nur funktional überzeugen, es muss auch langfristig finanziell tragbar sein. Besitzer der Immobilien ist der Kanton Uri. Er vermietet die Gebäude an das Kantonsspital Uri. Für die Nutzung bezahlt das KSU eine jährliche Nutzungsgebühr. Aktuell sind dies rund 2,5 Mio. Franken. Die Nutzungsgebühr für das neue Kantonsspital wird deutlich höher ausfallen und wird – je nach effektiven Baukosten und Zinslage – bei mindestens 4 Mio. Franken liegen. Via Nutzungsgebühr wird das KSU dem Kanton Uri die Investition von 115 Mio. Franken über eine Nutzungsdauer von 40 Jahren verzinsen und vollständig zurückerstatten.

Neubau dringend notwendig

Das Kantonsspital Uri in Altdorf ist ein Akutspital, das für die 36‘000 Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Uri die erweiterte medizinische Grundversorgung sicherstellt. Hauptfachbereiche sind: Innere Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe/Gynäkologie. Die Räumlichkeiten des Kantonsspitals sind augenscheinlich in die Jahre gekommen. Verschiedene Bauten sind seit bald 60 Jahren in Betrieb und zeigen erhebliche Mängel. Eine umfassende Erneuerung ist notwendig. Sagt der Landrat im Frühling 2017 ja zum Projekt, können die Urnerinnen und Urner voraussichtlich im September 2017 an der Urne entscheiden. Frühestens Anfang 2019 könnte mit dem Neubau begonnen werden. Bis 2024 wären der Um- und Neubau schliesslich fertiggestellt.

Landrat befindet über gebundene Kosten

Neben den Auslagen für den Neubau fallen in den nächsten Jahren auf dem Spitalareal sogenannte gebundene Kosten an. Sie sind nicht Teil des Baukredits, sondern werden über den regulären baulichen Unterhalt finanziert. Heute investiert der Kanton jährlich rund 1 Mio. Franken in den Unterhalt der Spitalgebäude. Beschliesst das Volk den Neubau, wird der Unterhalt im alten Spital zurückgefahren. So werden der Rückbau des alten Bettenhauses, die Altlastensanierung oder etwa die Erdbebenverstärkungen im bestehenden Trakt D über den baulichen Unterhalt finanziert. Über die gebundenen Kosten von total rund 9 Mio. Franken entscheidet der Urner Landrat.