Das Kantonsspital Uri (KSU) leistet die stationäre medizinische Grundversorgung der Urner Bevölkerung. Der bevorstehende Um- und Neubau ist eine lohnende Investition in das wertvollste Gut des Menschen – die Gesundheit.

Die Kantonsverfassung bestimmt, dass der Kanton den Betrieb des Kantonsspitals gewährleistet. Im Gesetz über das Kantonsspital Uri werden die 3 Hauptaufgaben des Spitals festgelegt. Demnach hat das KSU als Akutspital die stationäre erweiterte medizinische Grundversorgung und eine ständige Notfallversorgung sicherzustellen sowie ambulante und teilstationäre Patientinnen und Patienten zu betreuen. Dieser Volksauftrag wird im Leistungsauftrag des Regierungsrats und Landrats alle vier Jahre konkretisiert. Für den Wohn- und Wirtschaftsraum Uri ist es wichtig und unbestritten, dass der Urner Bevölkerung eine qualitativ hochstehende medizinische Spitalversorgung im eigenen Kanton angeboten wird. Dabei ist natürlich klar, dass das KSU nicht das gesamte medizinische Leistungsspektrum erbringen kann. Für hochspezialisierte Spitalleistungen wird Uri auch in Zukunft auf verlässliche Kooperationspartner in anderen Kantonen angewiesen sein.

WELCHE ART VON SPITAL BRAUCHT DER KANTON URI ÜBERHAUPT?

Uri braucht ein eigenes Spital, das auch in Zukunft die erweiterte stationäre Grundversorgung der rund 36’000 Kantonseinwohnerinnen und -einwohner abdeckt. Das KSU ist ein starker Pfeiler der Urner Gesundheitsversorgung und dient dem Wohl der Patientinnen und Patienten. Die Bedarfsabklärungen im Rahmen der Planungsvorbereitungen haben gezeigt, dass der Kanton Uri mit einem starken Regionalspital mit rund 80 Betten für die nächsten Jahrzehnte richtig aufgestellt ist. Den Verschiebungen, die sich durch den medizinischen Fortschritt mit kürzeren Aufenthaltsdauern und die Zunahme der ambulanten Behandlungsmöglichkeiten ergeben, steht die demografische Entwicklung gegenüber. Demnach wird die Zahl der älteren Menschen in Uri steigen, was naturgemäss auch mehr stationäre Spitalbehandlungen notwendig macht.

WELCHE BEDEUTUNG HAT DAS KSU FÜR DIE LOKALE WIRTSCHAFT?

Das KSU ist der drittgrösste Arbeitgeber im Kanton. Der Neu- und Umbau sichert rund 570 Arbeitsplätze im Kanton Uri, wovon über 112 Ausbildungsplätze. Das KSU ist ein wichtiger Teil der gesamten Wertschöpfungskette des Kantons Uri. Das heisst, das KSU hilft mit seinen Investitionen und seinem Betriebsaufwand zahlreiche weitere Arbeitsplätze in unserem Kanton zu sichern. Damit ist das KSU auch volkswirtschaftlich von grosser Bedeutung.

WARUM WIRD EIN GROSSER TEIL DER HEUTIGEN GEBÄUDE ABGERISSEN UND NEU GEBAUT, ANSTATT SIE ZU SANIEREN?

Diese wichtige Frage stand ganz am Anfang der strategisch-baulichen Gesamtplanung und wurde intensiv geprüft. Der Altbau (Haus A) von 1872 und der Hauptbau (Haus B und C) aus dem Jahr 1963 genügen im Untersuchungs-, Behandlungs- und im Pflegebereich den Anforderungen eines zeitgemässen Spitals nicht mehr. Aus bautechnischer Sicht sind die Gebäulichkeiten stark verlebt. Die suboptimale Anordnung der Räume beeinträchtigt effiziente Betriebsabläufe. Das ist für die Patientinnen und Patienten sowie für die Spitalmitarbeitenden mit Unannehmlichkeiten und Mehraufwand verbunden. Zudem kann das Potenzial für einen ökonomischen Spitalbetrieb nicht voll ausgeschöpft werden. Die zukünftigen Anforderungen an ein wettbewerbsfähiges Spital können nur mit einem Neubau unter Weiterverwendung des 1998 in Betrieb genommenen Anbaus (Haus D) erfüllt werden.

MACHT DER NEUBAU ALSO MEDIZINISCH WIE AUCH ÖKONOMISCH SINN?

Ja, die Investitions- und Unterhaltskosten wären in den nächsten 40 Jahren bei einer Gesamtsanierung mindestens gleich gross wie bei einem Neubau. Der Neubau schneidet jedoch wesentlich besser ab bezüglich Funktionalität, Nutzungsflexibilität und Betriebskosten. Jährlich können bis zu 3 Millionen Franken bei den Betriebskosten eingespart werden. Ein Neubau zeichnet sich zudem durch eine hohe Nachhaltigkeit aus. Der Betrieb der Zukunft verbraucht zum Beispiel wesentlich weniger Energie als heute. Entscheidend ist aber auch, dass eine Sanierung unter laufendem Spitalbetrieb sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die Mitarbeitenden eine unzumutbare Belastung wäre.

BRAUCHT ES TATSÄCHLICH EINE INVESTITION VON 100 MILLIONEN FRANKEN?

Viele schlucken dreimal leer, wenn sie den hohen Betrag hören, der für den Um- und Neubau des KSU aufgewendet werden soll. Wer jedoch weiss, dass der Kanton jährlich wiederkehrend rund 10 Millionen Franken für Behandlungen in ausserkantonalen Spitälern aufwenden muss und die jährlichen Leistungen des Kantons für die Gesundheitsversorgung ein Mehrfaches betragen, für den relativiert sich die Summe sofort. Der Kanton hat zudem in den letzten Jahren im Hinblick auf schwierigere Zeiten ein Eigenkapital bilden können, das mithilft, solche für Uri notwendigen Vorhaben zu finanzieren.

KANN SICH DER KANTON URI DIE INVESTITION LEISTEN?

Ja, Uri kann sich mit gutem Gewissen diese Investition in die stationäre medizinische Grundversorgung leisten. Ganz wichtig ist zudem die Feststellung, dass das KSU den Neuund Umbau letztendlich selbst finanzieren muss. Die Betriebseinrichtungen beschafft das Kantonsspital direkt ohne Rücksprache mit dem Kanton und trägt die damit verbundenen Investitionskosten. Die Immobilien finanziert das Kantonsspital indirekt über die dem Kanton zu bezahlende Nutzungsgebühr (Miete). Der Unterschied begründet sich einzig in den Eigentumsverhältnissen: Während die Betriebseinrichtungen mit der Einführung der neuen KVG-Spitalfinanzierung am 1. Januar 2012 auf das KSU übertragen wurden, verblieben die Immobilien im Besitz des Kantons. Hätte man damals die Liegenschaften auch auf das KSU übertragen, so müsste das KSU als Eigentümerin den Neu- und Umbau selbst finanzieren. Damit verbunden würde die Frage der Höhe der Investitionen politisch und rechtlich in einem ganz anderen Lichte diskutiert. Klar ist aber, dass so oder so eine Volksabstimmung notwendig ist. Denn das KSU bräuchte für eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Finanzierung am Kapitalmarkt eine Bürgschaft des Kantons.

Barbara Bär

BARBARA BÄR
Regierungsrätin des Kantons Uri
Vorsteherin Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion