Der Urner Landrat hat dem Kredit für den Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri am Mittwoch, 19. April 2017, mit überwältigendem Mehr zugestimmt. Jetzt liegt das letzte Wort bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern: Am 24. September 2017 entscheiden sie, ob das Generationenprojekt gebaut wird.

Der Landrat genehmigte den Baukredit mit 57 gegen 3 Stimmen. Dieser erlaubt eine Kostentoleranz von plus/minus 15 Prozent. Die Ausgaben, die vorerst der Kanton trägt, werden durch das Kantonsspital mit einer jährlichen Nutzungsgebühr von zirka 4,5 Millionen Franken verzinst und zurückerstattet. Das Neubauprojekt von Darlington Meier Architekten und b+p Baurealisation AG trägt den Namen William. Der Um- und Neubau soll 2024 komplett fertig sein.

CVP, FDP, SVP und SP sagen klar Ja

Alle Fraktionen stellten sich grundsätzlich hinter das Projekt. Sie hielten die Notwendigkeit für ein neues Spital zur Gesundheitsversorgung in Uri für unbestritten. Ein Antrag der CVP-Fraktion für ein Kostendach von maximal 115 Millionen Franken ohne Toleranz verwarf das Plenum mit 40 gegen 20 Stimmen. Ein solcher Plafond sei bei Bauten solcher Art unüblich, nicht sachgemäss und wäre Augenwischerei, hiess es. In der Kostentoleranz von plus/minus 15 Prozent sind insbesondere die Reserven und Auslagen für Unvorhergesehenes enthalten.

Gesundheitsdirektorin Barbara Bär sagte, der Umbau für ein Spital für die nächsten 40 Jahre sei so konzipiert, dass die Klinik künftig effizienter arbeiten könne. Es sei ein klares Ziel, Patienten, die heute teurer ausserkantonal behandelt würden, künftig in Uri zu versorgen. Das Spital mit über 600 Beschäftigten sei für Uri von grosser wirtschaftlicher Bedeutung.

9 Mio. gebundene Kosten

Zum Baukredit kommen für den Kanton neun Millionen Franken Ausgaben hinzu. Sie umfassen Sanierungsmassnahmen beim Anbau und Rück- und Umbauten des heutigen Bettentrakts und Verbindungsbaus. Sie werden aus dem ordentlichen Unterhalt des Spitalgebäudes finanziert.

Insgesamt kostet das Um- und Neubauprojekt damit geschätzte 124 Millionen Franken. Eine erste Projektstudie des geplanten Umbaus war von 109 Millionen ausgegangen, war aber noch überarbeitet worden.

Für den Bau lockerte der Landrat diskussionslos auch das finanzpolitische Korsett. So werden die Investitionen für die Ermittlung des Selbstfinanzierungsgrads in der Kantonsrechnung nicht berücksichtigt. Der Landrat passte die Verordnung zum Finanzhaushalt ohne Gegenstimme an.

Mit einer temporären Lockerung und angesichts der erwarteten Effizienzgewinne, die mit dem Um- und Neubauprojekt am Spital erzielt werden könnten, seien die finanzpolitischen Voraussetzungen für das Grossprojekt gegeben, schreibt der Regierungsrat. Im Hinblick auf geplante Grossprojekte habe der Kanton in den letzten Jahren versucht, das Nettovermögen zu erhöhen.

Volk stimmt im September ab

Das Vorprojekt sieht vor, das heutige Spitalgebäude von 1963 durch einen vierstöckigen Neubau zu ersetzen. Der heutige Bettentrakt sowie ein Verbindungsbau werden abgerissen. Ein Anbau von 1997 wird saniert.

Im Innern entstehen drei Operationssäle und zwei Pflegestationen mit 80 Betten in Ein- und Zweibettzimmern sowie eine Frauenklinik mit Geburtsabteilung. Weiter wird ein Ambulatorium eingerichtet, in dem Fachärztinnen und -ärzte enger zusammenarbeiten können.

Die Volksabstimmung über den Baukredit ist für den 24. September vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen im Frühling 2019 starten. Der Bezug des Neubaus wird Ende 2022 erfolgen. Der gesamte Umbau soll Ende 2024 fertig sein.

Quelle sda